Oper in Starnberg – Mitte Juni 2015 bringen Profis und Laien gemeinsam „Der Bajazzo“ von Leoncavallo auf  die Bühne der Schlossberghalle. Andreas Sczygiol dirigiert die Prager Philharmoniker, Regie führt Hugo Wieg.

Oper in Starnberg? Die aufwändigste Kunstform der Welt, und das außerhalb einer
Großstadt? Nein, nicht etwa konzertant und mit Kammerorchester. Sondern
szenisch, mit Bühnenbild, Kostümen, international bekanntem Orchester,
deutschlandweit gecasteten Solosängern, einem renommierten Regisseur sowie
Chor und Tänzern. 150 Mitwirkende, 3
50 Zuschauer pro Abend. Das ist „Oper in
Starnberg“, und noch viel mehr, denn es geht um die Kraft einer Idee: Jung und Alt,
Profis und Laien, handwerklich, künstlerisch oder organisatorisch begabt,
begeistern sich für ein gemeinsames Ziel: Sie machen Oper, vor ihrer Haustür,
heuer bereits zum zweiten Mal. Am 17. und 18. Juni 2015 steht in der
Schlossberghalle Starnberg „Der Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo auf dem
Spielplan, ebenso wie eine in Deutschland bislang nie aufgeführte Suite des
Komponisten, die kürzlich in einem Schweizer Archiv gefunden wurde.
Dirigent und
Intendant ist der in Herrsching lebende Andreas Sczygiol, der auch Ideengeber,
Organisator und das Herz von „Oper in Starnberg“ ist. Bekannt ist er in der Region
als Leiter des Vokalensembles Fünfseenland, das den Opernchor bildet, unterstützt
von Sängern aus Icking und München. Als Orchester reisen die virtuosen Prager
Philharmoniker an. Für die Choreographie zeichnet Nikolay Georgiew mit Schülern
des Ballettzentrums Starnberg verantwortlich.
Angefangen hatte alles mit einer Verletzung am Arm. Die verhinderte, dass Andreas
Sczygiol eine Musikkarriere im klassischen Sinn startete, denn als Jungstudent schien
bereits als Jugendlicher der Weg auf die großen Bühnen der Welt vorgezeichnet. Doch
dann konnte er zunächst nicht mehr dirigieren und machte eine psychotherapeutische
Ausbildung. Die Liebe zur Musik ließ ihn nicht los. Er leitete parallel zur Arbeit einen Chor,
das „Vokalensemble Fünfseenland“. Nach einigen Jahren kehrte er wieder ganz zum
Dirigieren zurück und hatte spontan beim Abendessen die Idee: „Wir machen Oper, und
zwar hier in unserer Gegend.“
„Oper in Starnberg“, das ist Oper zum Anfassen, zum Mitmachen. Viele Ehrenamtliche
machen „Oper in Starnberg“ erst möglich, aber auch die Profis, Solosänger aus dem
gesamten deutschsprachigen Raum und die Prager Philharmoniker, verzichten auf einen
Teil ihrer Gagen. „Die Zukunft der klassischen Musik kann nicht in den großen Tempeln
entschieden werden. Es braucht die freien Produktionen in der Region“, sagt der große
Dirigent Christian Thielemann, den Andreas Sczygiol immer wieder persönlich begleitet.
Genau das passiert in Starnberg. Hohes künstlerisches Niveau trifft auf regionale
Verbundenheit: Hier darf man mitmachen, sich einbringen und die Oper als
Gesamtkunstwerk erleben.

 

Ob bei den Kostümen, beim Bühnenbild, beim Catering oder in
der Organisation, hier arbeiten Laien und Profis zusammen, sie erleben Gemeinschaft.
„Der Bajazzo“ ist Leoncavallos größter Erfolg und sein einziges Werk, das es zu Weltruhm
brachte. Die Oper über Liebe, Eifersucht und Tod begeisterte und erschütterte schon
Generationen von Opernfans, berühmt ist die Arie „Lache, Bajazzo“ („Ridi, pagliaccio“). In
einem deutschlandweiten Casting wurden für die Starnberger Inszenierung die Solosänger
ausgesucht – junge, aufstrebende, teils preisgekrönte Künstler. Als Vorstück kommt eine
Orchestersuite aus Leoncavallos Oper „I Medici“ zur Aufführung, ein verschollenes Werk,
das bislang nur ein einziges Mal in Südamerika gespielt wurde, und das vor über hundert
Jahren! Die Prager Philharmoniker garantieren virtuoses und mitreißendes Können,
geleitet von Andreas Sczygiol. Regie führt Hugo Wieg, Haus- und Hofregisseur bei den
Opernfestspielen in Bad Hersfeld. Der Chor wird gebildet von den Vokalensembles
Fünfseenland und Icking sowie Projektsängern der Friedhelm Schnitzler Musikstiftung
München. Junge Tänzerinnen und Tänzer des Ballettzentrums Starnberg sind ebenfalls
auf der Bühne zu sehen – in einer Choreographie von Nikolay Georgiew, der mit dem
außergewöhnlich hohen Niveau seiner Produktionen regelmäßig für Aufmerksamkeit sorgt.

„Oper in Starnberg“ soll sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln, möglicherweise
wird es mehr als zwei Abende geben, aber es soll immer diesen selbst gemachten
Charakter behalten. „Wir machen hier eben nicht ein kleines Nationaltheater auf dem
Land, sondern hier ist Oper zum Anfassen, zum Mitmachen, zum Mittendrinsein“, sagt
Andreas Sczygiol. Und zum Genießen!

Oper in Starnberg am 17. und 18. Juni 2015: Symbol für die Kraft einer Idee – jung und Alt, Profis und Laien, handwerklich, künstlerisch oder organisatorisch begabt, begeistern sich für ein Ziel, für die aufwändigste Kunstform der Welt: Oper zu machen, und zwar vor der eigenen Haustür. Oper zum Anfassen, zum Mitmachen. Im Juli 2014 gab es die ersten beiden Opernabende in der Schlossberghalle Starnberg, jeder von ihnen war ausverkauft, sowohl Presse als auch Publikum waren begeistert. Dieses Jahr wird im Juni „Der Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo inszeniert. Außerdem wird es die deutsche Erstaufführung einer Orchestersuite Leoncavallos geben, die in einem Schweizer Archiv gefunden wurde – ein besonderes Ereignis mit einer Wirkung weit über Starnberg hinaus. Medienpartner ist die Süddeutsche Zeitung. Der Landkreis Starnberg und die Kreissparkasse München Starnberg zählen zu den Partnern von Oper in Starnberg.

Information:
www.oper-in-starnberg.de
Weitere Informationen:
www.oper-in-starnberg.de
Das Bild zeigt den Hauptdarsteller Jason Papowitz (in der Rolle des Canio). Copyright: Bernhard Schambeck
Kartenvorverkauf (ab 20. April 2015):
Verwaltung Schlossberghalle Starnberg, Hauptstr. 10a, 82319 Starnberg, Tel. +49 8151 772-136, 772-170 oder 772-250
Tourismusverband Starnberger Fünfseenland