Was Idee war, muss in der Wirklichkeit gründen oder vergehen. 
Zu seinem 20. Geburtstag kehrt der Corso dieses WE am 16./17.5.3015 wieder einmal zu seinen Wurzeln zurück und entwirft zugleich eine Zukunftsvision. Nicht, dass er sie je verlassen hätte, die Wurzeln. Erst letztes Jahr erinnerten wir an die Schwabinger Gisela, und die Literaturbühne am „Platz der Schwabinger“ ist ohnehin Schwabinger Szene at it´s best. Dieses Jahr ist die Traumstadt dran.
Der Corso bringt Schwabing auf die Straße. Das ist ein Motiv seiner Gründung. Wo früher Autos fuhren, ist jetzt Traumstadt. Einst fand diese rund um den Wedekindplatz statt. Vor nun 50 Jahren, 1965, starb Peter Paul Althaus, ihr Bürgermeister. Auch an ihn erinnern wir heute mit unseren Corso. Eines seiner schönsten Gedichte beginnt mit den Zeilen:
„In der Traumstadt ist ein Lächeln stehn geblieben;
 niemand weiß, wem es gehört …“
Es werde auch in Schwabing lange noch stehn bleiben, wusste Karl Ude, der Vater des heutigen Traumstadt-Bürgermeisters, Christian Ude, ein passionierter Traumstädter. Fragt sich nur – wo steht es? Die alten Bürgerhäuser, deren großzügige Räume noch traumhafte Bürgerversammlungen (Salons!) zuließen, verfallen heute der sog.  „Gentrifizierung“. Die Mieten steigen ins Untragbare. Das Künstlervolk findet keine Heimstatt mehr in Schwabing. Also braucht es den Corso. Die Kunst geht auf die Straße.
Und die ist groß. Hier geht Schwabing, und jetzt dreifach:
1. Licht
Am Samstag, 16. Mai, bringt die Kunstaktion „Schwabing belichtet“ der Gruppe „Guerilla Lighting“ gemeinsam mit dem Corso Leopold e.V. Licht in die alte Traumstadt. Sie belichtet eine Lebensader der Traumstadt, die Siegesstraße.
Die Aktion beginnt in der Occamstraße 1. Ein altes, dunkles, leeres, hohläugiges, wohl unbewohntes Haus in bester Lage Altschwabings. Schicksal unklar. Da muss Licht hin! Die Wagnerstraße 1 („Wagnerburg“) steht vor dem Abriss. Ist in die Hände eines Spekulanten gefallen, die schärfste Musikkneipe Schwabings, das „Podium“ soll mitsamt der Mieter verschwinden. Hinschaun! So belichtet ist die Wagnerburg eine Trutzburg gegen die Spekulation, den Exorzismus der Kultur aus der Traumstadt. Schlusspunkt der Belichtung ist der Nicolaiplatz. Hier stehen dunkle Bäume, ein versteckter kleiner Stadtpark. Die Licht-Guerillas bringen ihr Licht ins zauberhaftes Grün. Der Galerist Wolfgang Roucka macht aus den schönsten Aufnahmen von der Aktion künstlerische Poster. Das kann er seit 50 Jahren wie keiner. Sie werden am Sonntag vor der Literaturbühne versteigert.
2. Musik
Mag ja sein: Schwabing ist in die Jahre gekommen. Immer neu kommt zum Vorschein, was darin verborgen ist. Im Rahmen eines Konzerts des 60-köpfigen Jugendorchesters der Bayerischen Philharmoniker wird am Samstag
um 18.20 Uhr Christ – Konzertsinfonie für Human Beatbox und Orchester und 
um 18.45 Uhr Solo-Performance des  Beatbox-Europameisters Robeat
gegeben. Wer weiß, was Beat-Boxen ist? Mit Orchester? Schwabing kann es bieten, die Traumstadt bebt. Tatatataaaa – die 5. Symphonie Beethovens kommt danach. Rechtzeitig Sitzplatz sichern, die Kopfbühne an der Münchner Freiheit bietet genügend an, und es gibt viel Speis und Trank, um den Abend dort besinnlich zu verbringen.
20 Jahre Corso Leopold – unser erstes Logo 😉
3. Geist
Gläubige und die Gottlosen sind die reale Antithese. Schwabing kann beides. Nur hier, auf einem Fest für alle, inmitten der Schwabinger Lässigkeit, unter dem freien Himmel, wo der Geist weht, wo er will, ist beides möglich. Er versammelt alle Menschen mit Konfession im Kreis der Religionen, organisiert von der Schwabinger Erlöserkirche. Eine Vielfalt von Veranstaltungen, Gebeten, Diskussionen, Musik und Tanz zeigt, was Verständigung ist: Gemeinsamkeiten finden. Alle Menschen sind eingeladen mitzutun. Organisiert vom Bund für Geistesfreiheit finden sich auf dem „Platz für Humanismus“ Initiativen und Verbände, die ohne Gottesglaube Wege zur Menschlichkeit finden wollen. Auch sie bieten, was sie haben: Musik, Diskussion, Nachdenklichkeit.
Weder die Lichtbringer noch die Musiker oder Geistesmenschen lassen sich stören von einem urbanen, riesigen Getriebe hunderttausender Menschen um sie herum. Mehrere Bühnen mit  jeweils 2-tägigem Musik- und Literaturprogramm, die Straßenkünstler und Trommelgruppen, die Biertankstellen und Essenstände (Keine Kunst ohne Wurst – ist die Devise!), Fußballer und Flaneure illustrieren, was diese Straße alles sein kann. Ein Traum der Stadt, wie sie eigentlich immer sein will, aber nur haben, wenn sie ihr Fest feiert.
20 Jahre Corso Leopold waren, gerade im Rückblick, eine permanente Fortentwicklung. Was wir heute erreicht haben, wird es im Herbst vielleicht nicht mehr geben. Also kommen, sehen und genießen! 
 
Ein Wort zum Schluss über Geld. Die Veranstaltung ist frei finanziert. Sie lebt von ihren Sponsoren. Denen danken wir herzlich und bitten unsere Gäste um freundliche Beachtung. Ohne unsere Sponsoren und Promotionspartner wäre der Corso Leopold im wahrsten Sinne des Wortes ärmer. Wir müssten auf das ein oder andere kulturelle Highlight verzichten und  auch auf die kreativen Ideen unserer Partner mit denen sie sich präsentieren und den Corso bunter und interessanter werden lassen. Wir freuen uns auf die E-Mobilflotte von Renault, neueste Infos zu MASH, dem Actionsporthighlight im Münchner Olympiapark, familienfreundliche Sportlichkeit bei Skoda, Inspirationen zur Fitness von Fitness First und Nautilus Fitness, italienisches Momente mit Alfa Romeo und FIAT, grüne Energie von Polarstrom und Durchblick mit den Gelben Seiten.